20 Jahre Verein Haus der Religionen – Beitrag 4/2022 – «Langsam wachsend und immergrün»

Kennen Sie Sapotillen, auch Breiapfel genannt? Erfahrungsgemäss antworten die meisten mit ‹Nein› oder überlegen sich die wildesten Antworten. So ähnlich war es bei mir mit dem Haus der Religionen (HdR). Lange Zeit war mein einziges Wissen über das HdR, dass es irgendwo am Europaplatz steht. Das hat sich glücklicherweise in dem halben Jahr, seit meiner Anstellung im Bereich Partizipation und Jugend geändert. Es ist nicht die eine grosse Geschichte oder das eine Erlebnis, welche ich teilen möchte, sondern all die vielen kleinen Dinge, die ich bisher erlebt habe und die für mich das HdR ausmachen.

Der Breiapfelbaum wird vielseitig genutzt. So dient der Milchsaft als Basis zur Herstellung von Kaugummi. Um den Saft zu gewinnen, werden kleine Einschnitte vorgenommen. Dies aber nur alle zwei bis drei Jahre, um den Baum zu schonen. Die Spuren der Einschnitte sind jedoch gut sichtbar. Die Spuren der Vergangenheit sind auch im HdR deutlich präsent und sichtbar. Oft muss mensch all die Geschichten gar nicht selbst erlebt haben. Sie werden früher oder später bis ins kleinste Detail und von verschiedenen Menschen aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt.

Bis die Frucht reif wird, können zwischen vier bis zehn Monate vergehen. Je weniger Wasser der Baum bekommt, umso intensiver ist der Geschmack der süsslichen Früchte. Im HdR wird oftmals aus sehr wenig sehr viel gemacht. Von den Anlässen in und aus den Gemeinschaften bis hin zur Freiwilligenarbeit, den Workshops oder dem Restaurant. Die Liste liesse sich unendlich weiterführen.

Der Breiapfelbaum ist ein immergrüner, langsam wachsender und langlebiger Baum. Auch hier ist der Vergleich zum HdR für mich naheliegend. Seit dem ersten Tag werde ich jeden Morgen freundlich von den Anwesenden gegrüsst. Es herrscht stets diese ‹immergrüne› und lebendige Stimmung. Und manchmal dauert es eine Weile, bis etwas umgesetzt wird. Aber das hat auch seinen berechtigten Grund, denn es werden nicht selten sehr viele unterschiedliche Menschen und Persönlichkeiten einbezogen.

In meinem Umfeld ist das HdR immer noch etwas unbekannt. Doch in den letzten Monaten haben sich einige reingewagt und es nicht bereut. Umgekehrt darf das HdR – so meine Meinung – auch öfters mal nach aussen tragen, dass es einige Delikatessen anzubieten hat. Dafür werde ich mich zukünftig in meinem Bereich und fürs HdR einsetzen. Apropos Delikatessen, wer einmal die seltene Gelegenheit hat, einen Breiapfel zu essen, sollte zugreifen: Man wird es sicher nicht bereuen.

Kishor Paul

Kishor Paul

Kishor Paul ist seit dem 1. September 2021 im Haus der Religionen (HdR) im Bereich Partizipation angestellt. Ziel des Bereiches ist es, möglichst vielen Menschen eine Mitwirkung und Teilhabe im und ums HdR zu ermöglichen. Aktuelle Informationen dazu gibt es künftig auf der Webseite des HdR. Ausserdem unterstützt Kishor den Bereich Jugend und übernimmt die Betreuung der Freiwilligenkoordination.

Bei Fragen können Sie gerne mit uns Kontakt aufnehmen:

Haus der Religionen – Dialog der Kulturen
Europaplatz 1
CH – 3008 Bern

+41 31 380 51 00 (Montag bis Freitag von 9.00 – 12.00 Uhr)
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