EFFREM / WERKSCHAU

Zum Thema «Bestimmt. Religion + Freiheit» zeigt Yoftahe Effrem mit seiner Ausstellung EFFREM / WERKSCHAU im Haus der Religionen – Dialog der Kulturen eine Auswahl von Arbeiten, die im Zeitraum von 2019 bis 2022 entstanden sind. Mit seinen Bildern erzählt Yoftahe Effrem eine Geschichte, die keiner linearen Richtung folgt und somit eine vielfältige Lesart zulässt. Flächige Abstraktionen treffen auf flüchtige Striche, Gesichter und Körper teilweise explizit zu erkennen, um dann aber wieder zu verschwinden. Es ist eine Geschichte von Ordnung und Chaos, von Liebe und Wut, die in den Leerstellen dazwischen nach Ruhe sucht. In den turbulenten Wechseln von Heimat, Sprache, Kultur, Familie und Freundschaften begreift Yoftahe Effrem die Leerstellen als Möglichkeitsräume, die er mit seiner treuen Begleiterin, der Kunst, ausfüllt.

Yoftahe Effrem malt und filmt, rahmt, hängt auf und rechnet aus. Er stellt seine eigene kleine Welt auf den Kopf. Es ist ein kontrollierter Kontrollverlust, der Benzinmotor knallt, Praxis: Yoftahe Effrem, 1992, aufgewachsen in Addis Abeba und Worb bei Bern. Maler — er weiss, wie das geht, er ist Maler von Beruf. Das heisst: Er malt auch, was später einmal von seinen Bildern, den grossformatigen, bedeckt werden wird, die Wände, die Böden und wenn es sein muss auch den Deckenhimmel. But I‘m not gonna sell my story — das sagt er: und natürlich geht es um die eigene Biographie, um Hautfarbe und Trauma und verdammt viel Ungerechtigkeit, manchmal.

Wenn alles gut läuft, das heisst: Wenn ich den ganzen Tag im Atelier verbracht habe, vielleicht bis in die angefressene Nacht hinein. Wenn ich dabei etwas herausgefunden habe, an guten Tagen denke ich: Ok, heute war ich ein Künstler. Morgen steht er wieder viel zu früh auf und spaziert in einen neuen Tag hinein. Schritt für Schritt, immer im Gespräch mit den eigenen Ängsten. Face them. Wo ist die Ehrlichkeit? Wo tut sie am meisten weh? Das ist die Voraussetzung. Und dann: den Spiess umdrehen – verfolgen, was dich verfolgt. Den Wahnsinn, der ich bin. Die Farben anrühren. Nur kurz einschlafen am Nachmittag. Praxis.

Text: Mirko Schwab und Vera Mauerhofer

 

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Haus der Religionen – Dialog der Kulturen
Europaplatz 1
CH – 3008 Bern

+41 31 380 51 00 (Montag bis Freitag von 9.00 – 12.00 Uhr)
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