Datum

28. Oktober 2022

Uhrzeit

19:00

Labels

Literatur,
Vortrag/Diskussion

Berührung hat Gedächtnis: Begegnung mit Lyrik aus dem Jemen

Lesung von Gedichten jemenitischer Lyriker:innen:
Zain al-Abdin al-Dhubaibi Maliha al-Asaadi Muhammad Abdo al-AbsiSaba‘ Hamzah Firas Shamsan Lara Aldarasi

Moderation und Lesung: Elham Manea

Anschliessend an Lesung und Gespräch gibt es einen Apéro.

Eintritt auf Spendenbasis.

Vorwort von Elham Manea Lektorin von «Berührung hat Gedächtnis»

Hoffnung wird nicht oft mit dem bürgerkriegsgeplagten Jemen in Verbindung gebracht. Frieden auch nicht. Aber ohne Hoffnung ist keine Veränderung möglich. Ohne die Überzeugung, dass ein nachhaltiger Frieden möglich ist, wird es keinen Frieden geben. Und ohne in die Kinder des Jemen zu investieren, ist eine bessere Zukunft nicht möglich. Ich werde hier kein rosiges Bild malen. Der Bürgerkrieg dauert an, und alle Konfliktparteien sind noch nicht bereit, in den Friedensprozess zu investieren. Und die humanitäre Lage ist katastrophal. Einem UNICEF-Bericht über die humanitäre Lage im Jemen vom 31. Juli 2021 zufolge ist das Land nach wie vor die schlimmste humanitäre Krise der Welt: 20,7 Millionen Menschen – 71 Prozent der Gesamtbevölkerung – benötigen humanitäre Hilfe.

All dies ist vom Menschen verursacht. Diejenigen, die in den Krieg verwickelt sind, verursachen diese katastrophale Situation. Alle von ihnen. Aber andere, Akteure der jemenitischen Zivilgesellschaft, setzen sich für den Frieden ein. Viele jemenitische Männer und Frauen arbeiten vor Ort hart daran, die Situation zu verbessern. Eine bekannte jemenitische Akteurin der Zivilgesellschaft und Leiterin einer jemenitischen Jugendinitiative sagte mir einmal: «Die Yemenitinnen und Yemeniten sollten nicht um Hilfe oder Wohltätigkeit bitten, sie sollten ihre jugendlichen Fähigkeiten für eine bessere Zukunft aufbauen».

Und genau darum geht es in diesem Gedichtband. Es stellt 6 junge jemenitische Poetinnen und Poeten vor (drei von jedem Geschlecht). Ihre Gedichte zeugen von ihrem unnachgiebigen Geist. Unser Land mag sich im Krieg befinden, aber dieser Krieg definiert nicht, wer wir sind. Er beraubt uns nicht unserer Menschlichkeit. Und wir werden wieder aufstehen, trotz unserer Angst, Verzweiflung und Traurigkeit.

In diesem Gedichtband geht es um Hoffnung. Hoffnung auf eine bessere Zukunft für Jemen. Jemen braucht keine Almosen, er muss in seine Zukunft investieren. Die Zukunft sind die Kinder des Jemen. Lassen Sie uns in sie investieren.

 

 

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