Polizeischule Ostschweiz - Schüler:innen vor religiösen Gegenständen

Bildung: «Was muss ich bei einer Hausdurchsuchung beachten?»

Wie Polizeischüler:innen aus der Ostschweiz interkulturelle Kompetenzen lernen. 

Die Polizeischule Ostschweiz ist zweimal jährlich im Haus der Religionen. Im Rahmen ihrer Ausbildung verbringen die Schüler:innen einen Tag im Haus, um ihre interreligiösen und interkulturellen Kompetenzen bei der polizeilichen Arbeit zu erweitern. Es ist eine einzigartige Möglichkeit, ihr Wissen im direkten Austausch mit Vertreter:innen aus vier Religionsgemeinschaften abzugleichen und auch zu bereichern.   

Wir haben zwei Polizeischüler:innen befragt, wie sie diesen Tag erlebt haben. 

Frage: Was machst du heute im Haus der Religionen? 

Polizeischülerin: «Wir haben in der Schule im Fach «Gesellschaft und Polizei» das Unterfach «Interkulturelle Kompetenz». Darin lernen wir, den Umgang mit Menschen mit unterschiedlichen Religionen und Kulturen. In unserer Arbeit begegnen wir oft unterschiedlichen Menschen und nicht alle reagieren gleich auf unsere Vorgehensweisen. Wir sind heute hier, um die Vertreter:innen aus verschiedenen Religionen zu treffen und Fragen zu stellen. Zum Beispiel «Was muss ich bei einer Hausdurchsuchung beachten?» oder  «Wie gehe ich respektvoll mit einem Koran um?»» 

Polizeischüler: «Früher sind wir von der Schule aus nur in eine Moschee gegangen, um uns mit der Religion bekannt zu machen. Darauffolgend entstand das Bedürfnis, weitere Religionen näher kennenzulernen und dadurch ist dieser Tag heute in Zusammenarbeit mit dem Haus der Religionen entstanden.  

Das Gesetz gilt ja für alle gleich, aber beim Umgang mit Menschen müssen wir beachten, dass wir unsere Arbeit möglichst respektvoll und konfliktfrei durchführen können. Um das zu lernen sind wir heute hier.» 

Frage: Wie relevant findest du diesen Tag für deine Ausbildung als Polizist:in?  

Polizeischülerin: «Ich finde den heutigen Tag sehr relevant für meine Ausbildung. Wir haben uns in der Schule mit verschiedenen Religionen auseinandergesetzt. Heute konnten wir uns direkt mit Menschen, die diese Religionen praktizieren, austauschen.»  

Polizeischüler: «Ich finde es auch relevant, da ich die betroffenen Personen direkt fragen konnte und es war auch hilfreich, die religiösen Gegenstände vor mir zu sehen und zu erkennen, was als heilig gesehen wird und was nicht.» 

Frage: Welche Erwartungen hattest du an diesen Tag? 

Polizeischülerin: «Authentische Antworten – Ich konnte das Wissen aus den Büchern auch mit den Aussagen der Praktizierenden abgleichen.» 

Polizeischüler: «Ich habe ehrliche und offene Kommunikation erwartet. Wir konnten heute in einem geschützten Rahmen Fragen stellen, die wir sonst nicht stellen können. Denn nur so erhalten wir die Antworten, die wir brauchen.» 

Frage: Was war dir vor diesem Tag nicht bewusst? 

Polizeischüler: «Sehr viele religionsspezifische Dinge waren mir vorher nicht bewusst. «Was darf ich anfassen und was nicht?» «Wie sehen die religiösen Gegenstände aus?» Es war mir bis heute auch nicht bewusst, wie gross das Spektrum zwischen liberal und orthodox-Praktizierenden innerhalb von Religionen ist.» 

Polizeischülerin: «Mir wurde wieder bewusst, wie unterschiedlich jede Person ihre Religion praktiziert. Wir konnten uns heute mit zwei Personen aus dem Judentum austauschen, die ihre Religion ganz verschieden ausleben. Wir müssen uns das bewusst sein und jede Person individuell behandeln.» 

Polizeischüler: «Das können wir kommunikativ umsetzen, indem wir das eigene Handeln immer ankündigen.» 

Frage: Was ist dir heute besonders in Erinnerung geblieben? 

Polizeischülerin: «Die Offenheit der Personen, mit denen wir uns heute unterhalten konnten. Sie hatten grosse Freude dabei, uns über ihre Religionen zu erzählen. Sie haben sich auch für unsere Arbeit interessiert und Fragen gestellt.» 

Polizeischüler: «Es war schön, wie sie sich auf unsere Fragen eingelassen haben, auch wenn sie sehr berufsspezifisch waren. Sie haben uns stets seriös behandelt und sich bemüht alle Fragen zu beantworten.» 

P.S: Dieses Angebot kann auch von weiteren Polizeischulen in ihren Lehrplan integriert werden. Für weitere Informationen kontaktieren sie uns: mareike.scherer@haus-der-religionen.ch  

 

Bei Fragen können Sie gerne mit uns Kontakt aufnehmen:

Haus der Religionen – Dialog der Kulturen
Europaplatz 1
CH – 3008 Bern

Montag,  9.30 – 12.00 Uhr
Dienstag, 9.30 – 12.00 Uhr
Mittwoch, 10 – 12 Uhr
Donnerstag, 9.30 – 12.00 Uhr
Freitag von 9.30 – 12.00 Uhr

+41 31 380 51 00
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