Kommunikation: Gedenktafel in Chur würdigt tamilische Opfer

Am 2. Juli 2026 wurde im Andenken an die tamilischen Opfer des rassistisch motivierten Brandanschlags auf eine Asylunterkunft in Chur 1989 die Strasse in «Naanku Vilakkukal Veethi» umbenannt.

Am 2. Juli 1989 verloren vier junge Tamilen in einem Brandanschlag auf eine Asylunterkunft in Chur ihr Leben: Balamurali Kandiah (10), sein Bruder Balamugunthan Kandiah (9), Thambirajah Saththivel (18) und Sinnethamby Thevarajah (40). Eine Recherche des «Magazins», deckte auf, wie die Polizei nie nach den mutmasslichen Mördern gefahndet hat, obwohl zahlreiche Indizien auf einen Anschlag aus der rechtsextremen Szene hindeuteten. Der Anschlag wurde von den Behörden schnell als Unfall abgetan und das Verfahren eingestellt, trotz Beschwerden von den Opferfamilien.

37 Jahre später anerkennt die Stadt Chur ihre Versäumnisse an und übernimmt die Verantwortung dafür, dass das damalige behördliche Handeln den Opfern, ihren Angehörigen und der tamilischen Gemeinschaft nicht gerecht wurde. Im Gedenken an den rassistisch motivierten Anschlag wurde eine Gedenktafel am Ort des Geschehens angebracht in der Nähe des Bahnhofs in Chur. Daneben wurde ein namenloser Weg «Naanku Vilakkukal Veethi» («Vier Lichter Weg») benannt. Die Gedenktafel trägt den Titel «Das Feuer zerstörte Jugend und Hoffnung.»

Für eine würdige und kulturell sensible Durchführung der Gedenkzeremonie zog die Stadt Chur das Haus der Religionen als Unterstützung bei. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit übernahm der Hindupriester Sasikumar Tharmalingam, Leiter des Vereins Saivanerikoodam im Haus der Religionen, die Einweihungszeremonie. Die Zeremonie fand im Beisein der Angehörigen der Opfer, von Bekannten sowie des Churer Stadtpräsidenten Hans Martin Meuli statt.

Die Einweihung der Gedenktafel ist ein wichtiger Schritt für die Anerkennung von Gewalt an Minderheiten in der Schweiz. Vergangenes Unrecht kann nur aufgearbeitet werden, wenn Versäumnisse benannt und Verantwortung übernommen wird. Diese Anerkennung setzt den Angehörigen gegenüber ein starkes Zeichen der Achtung und macht deutlich, dass der Rechtsstaat allen Menschen den gleichen Schutz und die gleiche Gerechtigkeit gewährleisten muss.

«Die Stadt kann das Geschehene nicht rückgängig machen. Sie kann die verlorenen Menschenleben nicht zurückbringen. Aber sie kann und muss heute klar benennen, was damals zu wenig klar benannt wurde», zitiert der «Tagesanzeiger» den Stadtpräsidenten.

Diese Verantwortung hat die Stadt Chur nun auf sich genommen. Die Stadt sehe die Einweihung nicht als Abschluss, sondern als notwendigen Schritt der Erinnerung und beteilige sich an einer historischen Aufarbeitung.

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